Kultur-Dialoge 2 - 2010
Fortsetzung des interkulturellen Kultur- und Religionsdialogs, Eastern Cape, Südafrika
Vorbereitet durch unsere Recherchen im Archiv der Berliner Missionsgesellschaft und durch die Vorarbeiten für eine Diplomarbeit von Annette Rickertsen zum Thema, reisten wir vom 5. bis 14. November ins Eastern Cape, um den Dialogprozess fortzuführen und um weitere Informationen zu sammeln. Wir besuchten historische Missionsstationen, sprachen mit Nachkommen weißer (Berliner) Missionare und mit lutherisch konvertierten schwarzen Community-Mitgliedern.
Gleich nach Ankunft trafen wir die Nachfahren weißer Missionare zu einer Round Table Discussion im Deutschen Klub von Port Elizabeth.
Einige Tage später nahmen wir in Stutterheim an einem Treffen der Amathlati Municipality Council of Churches teil und diskutierten mit den lutherischen Pastoren und dem Dean Mzamo Maho sowie der Vertreterin der Women‘s Group, Mrs Nolusa pho Kame. Wir interviewten den Headman Vuzumzi Hanisi, der noch selbst von Berliner Missionaren unterrichtet worden war. In Stutterheim besuchten wir die erste Missionsstation der Berliner Missionare (Bethel) sowie Wartburg. Danach fuhren wir in das südafrikanische Berlin, und besuchten die ehemalige Missionsstation, in der heute eine Amtsverwaltung untergebracht ist. Die Missionskirche beherbergt heute auch einen Kindergarten.
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In der Bethel Mission in Stutterheim. Die verlassene Kirche der Berliner Missionsgesellschaft zeugt noch heute vom Wirken der ersten deutschen Missionare.
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In Grahamstown trafen wir an der Rhodes University mit Historikern und Anthropologen zusammen und diskutierten Fragen zur Geschichte der Missionierung und den historischen sowie aktuellen kulturellen Auswirkungen. Als Ergebnis des Dialogs von Grahamstown entstand die Idee, den 3. interkulturellen Dialog in der Öffentlichkeit, mit Wissenschaft und Inkolo KaNtu zu führen.
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Vorstandsmitglied von Inkolo KaNtu in traditionellem Gewand
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In Port Elizabeth diskutierten wir mit dem Vorstand von Inkolo kaNtu, um den Fortgang des Versöhnungsprojekts weiter zu erörtern. Schlüsselfragen, die auf akademischer theologischer, kirchenpolitischer, humanitärer sowie sozialpolitischer Ebene kontrovers diskutiert werden, sind:
1. Ist ATR Kultur oder Religion? Die Frage zielt auf Gleichstellung der ATR mit allen anderen Religionen in akademischer und politischer Hinsicht, auf die Ausstattung mit Ressourcen und Gleichbehandlung durch die Politik.
2. Welchen ökonomisch-psychosozialen Impact hat die christliche Missionierung in Communities des Eastern Cape bis heute? Diese Frage zielt auf die Landfrage, die Konfliktreduktion in Communities, auf Wahrheitsfindung, Versöhnung und Bewältigung mit der Vergangenheit.
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Das Team von Create Future e.V. mit Vertretern von Inkolo KaNtu. Auf dem Bild ist auch die Vertreterin von Khulumani, Dr. Marjorie Jobson, die das Team von Create Future e.V. begleitete und unterstützte.
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Eine Buchpublikation ist geplant. Eine umfangreiche Fotoserie von Silvester Popescu-Willigmann dokumentiert die 2. Dialogreise und wird an verschiedenen Stellen als Bildunterstützung eingebracht.
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Fotografien auf dieser Seite: © Silvester Popescu-Willigmann
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